Cognac – der König der Brände (I)

Der berühmteste Weinbrand der Welt, der Cognac, blickt auf eine etwa 400-jährige Geschichte zurück, wenngleich die Voraussetzungen für diesen edlen Brand schon im 3. Jahrhundert n. Chr. geschaffen wurden.

Zu jener Zeit gestattete der römische Kaiser Marcus Aurelius Probus den Galliern nämlich den Rebanbau und die Weinherstellung. Es sollte allerdings bis zum 12. Jahrhundert dauern, bis der Herzog von Guyenne und Poitiers, Guillaume X., die Anlage von Weinbergen in der Charente anordnete. Es handelt sich dabei um das Gebiet um die Stadt Cognac, etwa 100 km nördlich von Bordeaux ganz im Westen Frankreichs gelegen.

Ein großer Teil der hier produzierten Weine wurde an holländische Händler verkauft und auf dem Seewege in die Niederlande transportiert. Die ständigen Kriege und die „Unhandlichkeit“ von Wein für den Transport behinderten diesen Export jedoch massiv, weswegen sich in der Charente immer größere Weinlager ansammelten. Dies führte dazu, daß die Winzer immer mehr Fässer kaufen mußten, um ihren Wein zu lagern – ein teures Unterfangen, das zudem das Risiko in sich trug, daß der Wein verdarb!

Im Jahr 1500 zeigte jedoch der Elsässer Arzt Hieronymus Brunschweig in seinem Buch „Liber de arte destillandi“ einen Ausweg aus diesem Dilemma: Ab sofort wußte man, wie man Wein zu einer Spirituose destillieren kann, welche die Holländer „Brandewijn“ („Branntwein“) nannten.

Dies war der Anfang der Cognacherstellung, die Destillation diente also zunächst einzig und allein dazu, den Transport zu vereinfachen, denn ein Fass Branntwein nimmt wesentlich weniger Platz ein als viele Fässer Wein, und zudem ist Branntwein wesentlich robuster als Wein, der während langer Lager- und Transportzeiten leicht verderben kann. Der ursprüngliche Gedanke dahinter war, daß man in Holland den importierten Brandewijn durch Verdünnen mit Wasser wieder „palatabel“ machte.

In der Charente nannte man den Brandewijn „Eau-de-vie“, was so viel heißt wie „Lebenswasser“ und stellte bald fest, daß sich durch einen zweiten Destilliervorgang die Qualität dieses Lebenswassers erheblich verbessern ließ. – Und der Branntwein wurde einfach nach der Hauptstadt der Region Charente benannt! So taucht im Jahr 1549 erstmals der Begriff „Cognac“ auf, als ein Händler aus La Rochelle vier Fässern „guten Cogniacke“ verkaufte.

Etwa gleichzeitig stellte man fest, daß ein Eau-de-vie durch die Lagerung in Eichenfässern ganz erheblich an Qualität gewann, und schon 1643 wurde mit Cognac Augier das älteste Cognac-Haus Frankreichs gegründet.

Wie berühmt der Cognac schon damals gewesen sein muß, sieht man daran, daß König Ludwig XIV. die Familie Frapin, die bereits seit 200 Jahren im Weinbau und schließlich in der Cognacherstellung tätig war, 1696 in den Adelsstand erhob. Bis heute zählen Cognacs von Frapin zu den qualitativ hochwertigsten Cognacs überhaupt, und auch Cognac Augier ist für Eingeweihte ein echtes Muss.

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