Bitters IV: Lavendelbitter

Im Gegensatz zu den anderen bereits besprochenen Bitters, die alle auf eine weit über hundertjährige Geschichte zurückblicken, handelt es sich beim Lavendelbitter (engl.: lavender bitters) um ein neues Produkt, das erst vor wenigen Jahren eingeführt wurde. Wer meine Vorliebe für klassische Drinks und historische Zutaten kennt, der ahnt wohl bereits, daß es sich dabei um etwas ganz Besonderes handeln muß, wenn dieser Bitters hier Aufnahme gefunden hat!

Tatsächlich wurde die Firma Scrappy’s erst im Jahre 2008 in Seattle, WA, gegründet, nachdem der Bartender Miles Thomas (Spitzname: Scrappy) mehrere Jahre damit verbracht hat, mit verschiedenen Kräutertinkturen und Extraktionsmethoden zu experimentieren. Unter anderem stellte bei seinen Versuchen fest, daß ein ausgewogener Bitter in der Regel nicht nur aus einer einzigen pflanzlichen Zutat hergestellt werden kann, sondern ein Potpourri aus verschiedenen so genannten „Botanicals“ darstellt, die perfekt aufeinander abgestimmt werden müssen.

Seither ist Scrappy’s Bitters der erste amerikanische Hersteller, der ausschließlich handgemachte Bitters produziert und vertreibt, und man ist damit so erfolgreich, daß inzwischen zum zweiten Male in eine größere Produktionsstätte umgezogen werden mußte, um den steigenden Bedarf des Weltmarktes, der inzwischen bedient wird, zu befriedigen. Für alle Scrappy’s Bitters gilt, daß sie ausschließlich aus natürlichen Zutaten und ohne Verwendung von künstlichen Zusatzstoffen im Small-Batch-Verfahren hergestellt werden. Um dies zu unterstreichen, ist jede einzelne Flasche von Scrappy’s handschriftlich numeriert.

Scrappy’s Lavender Bitters führt eine aromatische Komponente in die Welt der Bars ein, die bislang nicht nur nicht vorhanden war, sondern sogar als unvereinbar mit der Mixologie betrachtet wurde: Lavendel!

War der Lavendel lange Zeit als langweiliger Oma-Duft charakterisiert worden, hat dieser intensiv-florale frühlingshafte Duft in den letzten Jahren die ganze Welt erobert, man denke nur an die zahlreichen Seifen, Duftkissen, Parfüms und weitere Produkte, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen!

So war es nur eine Frage der Zeit, bis auch Cocktails von diesem „neuen“ alten Aroma profitieren konnten, und Scrappy’s Lavender Bitters ist das Vorzeigeprodukt dieser Entwicklung:

Er vereint die kräftigen floralen Noten des Lavendels mit einer deutlichen, aber dennoch dezenten Süße und fängt somit praktisch den Frühling in einer kleinen Flasche ein, bereit, eine ganze Reihe von Drinks zu verfeinern. Grundsätzlich gilt dabei freilich: Der Lavender Bitters ist stets nur in geringen Mengen (z.B. ein oder zwei dash) zu verwenden, und nicht jeder Cocktail eignet sich für dieses Experiment. Mein Tip: Einfach mal ausprobieren!

The Provencal

6 cl Gin

2 cl St. Germain

2 dash Lavender Bitters

Alle Zutaten im Mixglas auf Eis rühren und in eine vorgekühlte Sektschale oder Martiniglas strainen. Mit einem Lavendelzweiglein dekoriert, vereint diese Variation des klassischen Martinis die beiden neuen Stars der Barbranche, Lavender Bitters und St. Germain, zu einer großartigen Verkörperung des provenzalischen Frühlings!

 

Fleur de Jardin

2 cl Zuckersirup

2 cl Zitronensaft

2 dash Lavender Bitters

Alle Zutaten in einem Highballglas mit viel Eis leicht rühren und mit stillem Mineralwasser aufgießen – ein perfekter alkoholfreier Drink für heiße Tage!

 

Lusty Lady

6 cl Gin

2 cl Limettensaft

2 cl Zuckersirup

0,5 cl Cranberrysaft

1 Eiweiß

2 dash Lavender Bitters

Diese Variation des Silver Fizz wird mit viel Eis im Shaker gründlich geschüttelt (zwei Minuten wären gut…) und dann in eine Cocktailschale gestraint.

 

Gin Tonic

6 cl Tanqueray Gin

2 dash Lavender Bitters

Tonic Water

Mit viel Eis in eine große Coup geben und mit einer Limettenscheibe garnieren – eine ganz neue und interessante Interpretation des altbekannten G&T!

In diesem Sinne: Ein frohes Zwischenprost!

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